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Anfang 2016 haben einige Einwohner unseres Stadtteils die private Initiative „Willkommen in Kalk“ ins Leben gerufen. Wir engagieren uns ehrenamtlich dafür, dass auch Menschen, die zu uns geflüchtet sind, in unserer Gesellschaft die gleichen Chancen auf Teilhabe haben. Wir betrachten unsere neuen Nachbarn als gleichberechtigte Mitglieder der Gemeinde und nicht als Bittsteller. Wir wollen Geflüchteten auf Augenhöhe begegnen und voneinander lernen. Jeder Geflüchtete ist als Mitglied unserer Initiative herzlich willkommen.

In den vergangenen Monaten konnten wir Kontakte mit geflüchteten Menschen knüpfen, waren mit ihnen auf Erkundung in der Stadt, auf Vernissage und Soli-Konzert im Veedel unterwegs, haben miteinander gekocht und musiziert, Fahrräder akquiriert, gemalt und gezeichnet, Rugby trainiert – und einander kennengelernt und zugehört. Wir setzen uns für Patenschaften ein, wollen bei der Suche nach Jobs, Praktika und Wohnungen behilflich sein und unseren neuen Nachbarn Orientierung bieten über die vielen Möglichkeiten, am öffentlichen Leben in unserem Veedel und unserer Stadt teilzunehmen. Gemeinsam mit interessierten Geflüchteten wollen wir einen wöchentlichen offenen Treffpunkt für alle Kalkerinnen und Kalker etablieren, mit ihnen gemeinschaftlich kochen oder unsere Stadt auf gespendeten und miteinander fit gemachten Fahrrädern erkunden.

Wir wollen auf praktische Fragen praktische Antworten geben lernen. Mit unseren neuen Nachbarn lernen auch wir unser Gemeinwesen in gewisser Weise neu kennen. Immer wieder erfahren wir dabei, wo der Schuh drückt. Und dass manchmal schlicht und einfach Schuhe fehlen, um mal eben auf den Bolzplatz zu gehen.

Alle Mitglieder unserer Initiative haben die gleichen Rechte. Für die Mitarbeit bei „Willkommen in Kalk“ gibt es keine besonderen Bedingungen oder Voraussetzungen, außer der Bereitschaft, Zeit mitzubringen: sei es für kontinuierliche Angebote oder für projektbezogene Arbeit oder punktuell. Jeder, der in diesem Sinne mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Die Mitarbeit kann ohne Angabe von Gründen beendet werden.

Wir sind weder an Parteien noch an Kirchen, Verbände oder Einrichtungen der Stadt Köln gebunden und arbeiten unabhängig. Wir treten für die universellen Menschenrechte und für international verbriefte Rechte wie die soziale, wirtschaftliche, kulturelle und informationelle Teilhabe und für die Gesundheit aller Einwohner ein. Etliche Gründe für die massiven Fluchtbewegungen auf unserem Planeten haben ihren Ursprung in unseren westlichen Gesellschaften und ihrer Politik.

Nationalität oder Ethnie, die politische, religiöse oder sexuelle Orientierung eines Menschen spielen für uns keine Rolle. Kein Mensch ist illegal. Mensch ist Mensch.

Die Initiative „Willkommen in Kalk“